Dahschur – Das verborgene Juwel der ägyptischen Pyramidenlandschaft

 

Wer glaubt, das Beste der altägyptischen Baukunst bereits bei den Pyramiden von Gizeh gesehen zu haben, täuscht sich. Nur etwa 40 Kilometer südlich von Kairo, am ruhigen Westufer des Nils, liegt eine Stätte, die selbst erfahrene Ägyptenreisende in Staunen versetzt: Dahschur.

 

In dieser Region, wo die goldene Wüste auf das fruchtbare Land des Nils trifft, erheben sich Pyramiden, deren architektonische Bedeutung den bekannten Bauwerken von Gizeh in nichts nachsteht. Dahschur beherbergt einige der ältesten und bedeutendsten Pyramiden Ägyptens, darunter die Rote Pyramide und die Knickpyramide. Diese monumentalen Bauwerke sind Meisterwerke der altägyptischen Architektur und bieten einen faszinierenden Einblick in die Entwicklung der Pyramidenbaukunst.

 

Im Gegensatz zu den überlaufenen Pyramiden von Gizeh können Sie hier in einer viel ruhigeren und authentischeren Atmosphäre die Geschichte und Majestät dieser antiken Stätten erleben. Dahschur ist ein Ort der Ruhe und des Staunens, der es Ihnen ermöglicht, die Pyramiden aus nächster Nähe zu bewundern und in die jahrtausendealte Geschichte Ägyptens einzutauchen. Ein Besuch hier ist ein absolutes Muss für alle, die das wahre Erbe der Pharaonen entdecken möchten.

 

 

Inhalt:

Lage und geografische Einordnung

Geschichte und Bedeutung: Die Wiege der echten Pyramide

Die Knickpyramide – Ein Denkmal des Lernens und Erfindens

Die Rote Pyramide – Vollendung in Stein

Pyramiden des Mittleren Reiches

Architektonische Pionierleistungen: Was Dahschur so einzigartig macht

Dahschur heute: Entdecken ohne Gedränge

Warum Sie Dahschur unbedingt besuchen sollten

FAQs

 


Dahschur ist ein historisches archäologisches Gebiet südlich von Kairo, bekannt für seine bedeutenden Pyramiden aus der 4. Dynastie des Alten Reiches. Aegypten-baukasten Das Gebiet befindet sich etwa 40 km südlich von Kairo und gehört zum Bereich der antiken Nekropole.



Nur etwa 7 km südlich der berühmten Nekropolen von Sakkara erstreckt sich das Pyramidenfeld von Dahschur, benannt nach dem gleichnamigen Dorf Menschije Dahschur, das in Sichtweite der monumentalen Grabmonumente im Fruchtland liegt.  Das Pyramidenfeld erstreckt sich dabei über eine beeindruckende Strecke von rund drei Kilometern entlang des Wüstenrandes – ein weites, offenes Gelände, das Sie mit einem Gefühl von Weite und zeitloser Ruhe empfängt.



Dahschur gehört zur sogenannten Memphitischen Nekropole, einem UNESCO-Weltkulturerbe, das sich von Gizeh im Norden bis Abu Roasch und weiter südlich bis nach Meidum erstreckt. Innerhalb dieser archäologischen Großregion nimmt Dahschur eine besondere Stellung ein: Es ist der Ort, an dem die Kunst des Pyramidenbaus ihre entscheidendste Entwicklung erlebte.

 

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Die Geschichte von Dahschur beginnt mit einem Pharao, dessen Name heute weniger bekannt ist als jener seines berühmten Sohnes – und der dennoch die Grundlage für eines der sieben Weltwunder legte. Die Rede ist von Snofru, dem Begründer der 4. Dynastie und Vater von Cheops.


Etwa 40 Kilometer südlich von Kairo, im stillen Wüstengebiet von Dahschur, erheben sich zwei Pyramiden, die als Meilensteine der altägyptischen Ingenieurskunst gelten: die Knickpyramide und die Rote Pyramide. Beide wurden während der Regierungszeit von König Snofru, dem Gründer der 4. Dynastie (um 2600 v. Chr.), erbaut. Diese beiden Bauwerke markieren den entscheidenden Wendepunkt zwischen den Stufenpyramiden der älteren Zeit und den perfekten geometrischen Pyramiden, wie die der Cheops-Pyramide in Gizeh. 



Was das bedeutet, lässt sich kaum überschätzen: Ohne Dahschur gäbe es keine Pyramiden von Gizeh. Die Pyramiden von Dahschur repräsentieren den Übergang von den experimentellen Stufenpyramiden (wie der Stufenpyramide von Djoser in Sakkara) zu den klassischen „echten" Pyramiden, wie sie in Gizeh zu sehen sind. Aegypten-baukasten
Insgesamt gibt es in Dahschur mindestens 15 Pyramiden und Pyramidenruinen: drei aus der 4. Dynastie (Altes Reich), drei aus der 12. Dynastie (Mittleres Reich) und neun, die vermutlich alle aus der Zeit der 13. Dynastie stammen. Hinzu kommen noch einige kleine Satellitenpyramiden. 

 

Entdecken Sie, warum die Knickpyramide zu den wichtigsten altägyptischen Bauwerken zählt.

 

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Kein Bauwerk in Ägypten verkörpert den Geist des architektonischen Experiments so eindrucksvoll wie die Knickpyramide von Dahschur. Schon von Weitem fällt sie auf: Ihr markanter „Knick" in der Mitte macht sie unverwechselbar – und erzählt eine faszinierende Geschichte menschlichen Einfallsreichtums.



Die Knickpyramide war die erste der Dahschur-Pyramiden, die um 2650 v. Chr. unter der Herrschaft von Snofru errichtet wurde. Die Pyramide ist ein archäologisches Wunder. Ihre geknickte Form ist ein Beispiel für die architektonischen Experimente, die die alten Ägypter durchführten, um die spätere Rote Pyramide und die Pyramiden von Gizeh zu bauen. 



Bei dem Versuch, eine echte Pyramide mit glatten Seiten zu schaffen, begannen die Architekten von Snofru mit dem gleichen Winkel, den sie auch für die Stufenpyramiden verwendeten. Dieser schien aber zu steil zu sein. Als das Bauwerk etwa auf halber Höhe Anzeichen von Spannung und Instabilität zeigte, mussten sie den Winkel von 54 Grad auf 43 Grad reduzieren. Dies erklärt, warum die Pyramide einen Knick in der Mitte hat, die ihr ihren Namen gibt. 



Das Ergebnis ist ein 101 Meter hohes Meisterwerk der Ingenieurskunst – einzigartig in der gesamten Welt. Kein anderes Bauwerk Ägyptens besitzt diese Form. Die Knickpyramide wurde von Beginn an als echte Pyramide geplant und gebaut, was einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der Bauweise von Pyramiden darstellt. 

 

Bemerkenswerte Besonderheiten der Knickpyramide:

 

  • Einzige Pyramide Ägyptens mit dem charakteristischen Winkelwechsel in der Mitte.

  • Die Innenbauten der Knickpyramide sind insofern einmalig, weil hier zwei Zugänge zu zwei separaten Grabkammern angelegt  wurden, die miteinander durch einen Gang verbunden sind.

  • Bei der Knickpyramide kann man die noch teilweise gut erhaltene weiße Kalksteinhülle beobachten, womit alle anderen Pyramiden bedeckt waren.

  • Ein über 700 m langer Aufweg führt vom Pyramidenbezirk zum Taltempel.

  • Vor der Ostseite befand sich eine kleine Kapelle mit mächtigen neun Meter hohen Kalksteinmonolithen

 

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Wer die Knickpyramide als das mutige Experiment versteht, dem wird die Rote Pyramide als dessen triumphaler Abschluss erscheinen. Wenige Kilometer nördlich, in der Wüste des Dahschur-Plateaus, ragt sie majestätisch empor – ruhig, geometrisch perfekt, unerschütterlich.



Die Rote Pyramide ist die höchste Pyramide in der Nekropole von Dahschur und die drittgrößte noch erhaltene altägyptische Pyramide. Nur die Große Pyramide und die Chephren-Pyramide in Gizeh sind höher. 



Die meisten Ägyptologen glauben, dass die Rote Pyramide der erste erfolgreiche Bau einer „wahren Pyramide" mit glatten Seiten war. Vor den glatten Pyramiden bauten die alten Ägypter Stufenpyramiden. 



Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war die Rote Pyramide das höchste von Menschenhand geschaffene Bauwerk der Welt. Es war eine unglaubliche Leistung für das alte ägyptische Volk.  Diese Tatsache verdient einen Moment der Ehrfurcht: Als diese Pyramide fertiggestellt wurde, gab es kein höheres Gebäude auf der Erde.

 


Fakten zur Roten Pyramide im Überblick:

  • Höhe: 104 Meter (heute etwa 101 Meter)

  • Basislänge: 220 Meter pro Seite

  • Neigungswinkel: konstante 45 Grad – das Ergebnis aus den Lektionen der Knickpyramide.

  • Die Pyramide hat mehr als 150 Steinlagen.

  • Einige der ursprünglichen Kalksteinaußensteine sind noch am unteren Rand des Bauwerks zu sehen.

  • Erbaut zwischen ca. 2613 und 2589 v. Chr. unter Pharao Snofru

  • Einige Ägypter nennen diese Pyramide El-Heram El-Watwaat, was „Fledermauspyramide" bedeutet.

 


Im Inneren der Roten Pyramide erwartet Sie ein ganz besonderes Erlebnis: Durch einen Abstieg in den Eingangsschacht an der Nordseite gelangen Sie in drei aufeinanderfolgende Grabkammern mit beeindruckenden Kragsteingewölben – einer Meisterleistung altägyptischer Statik, die Jahrtausende überdauert hat. Das Erlebnis, durch diese jahrtausendealten Gänge zu schreiten und in die Stille der Grabkammern einzutauchen, ist unvergesslich.

 

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Dahschur war nicht nur im Alten Reich eine bevorzugte Stätte der Pharaonen. Auch im Mittleren Reich, rund 600 Jahre nach Snofru, wurde hier weitergebaut. Die Könige der 12. Dynastie wählten Dahschur als ihren Bestattungsort und hinterließen ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte dieser Nekropole.




Näher am Flusstal stehen die Überreste dreier weiterer Pyramiden. Es handelt sich um königliche Pyramiden aus dem Mittleren Reich. Von Nord nach Süd sind dies die Anlagen von Sesostris III., Amenemhet II. und Amenemhet III. Alle drei Könige gehörten der 12. Dynastie an und regierten Ende des 20. Jahrhunderts v. Chr. bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts v. Chr. 

 


Besonders die Schwarze Pyramide des Amenemhet III. verdient Ihre Aufmerksamkeit. Die auch als Schwarze Pyramide bekannte Dahschur-Pyramide Amenemhets III. wurde von König Amenemhet III. aus der 12. Dynastie in Auftrag gegeben.  Das Pyramidion besteht aus spiegelglatt poliertem schwarzen Granit. Es hat eine Höhe von 1,40 m und eine Kantenlänge von 1,85 m.  Dieses kostbare Stück befindet sich heute im Ägyptischen Museum in Kairo und gilt als eines der wertvollsten Fundstücke der ägyptischen Archäologie.




Die ursprüngliche Höhe der „Schwarzen Pyramide" von Amenemhet III. betrug 81 Meter, jene von Sesostris III. sogar 79 Meter – beide Bauwerke waren damit einst höher als die Stufenpyramide des Djoser in Sakkara. 
Obwohl die Pyramiden des Mittleren Reiches heute nur noch als Schutthügel aus Lehmziegeln erscheinen, sind sie für Geschichtsbegeisterte faszinierend: Sie zeugen davon, dass Dahschur über Jahrhunderte hinweg der bevorzugte Bestattungsort der ägyptischen Königsfamilie blieb.

 

 

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Dahschur ist weit mehr als eine Ansammlung alter Steine. Es ist das architektonische Labor, in dem die alten Ägypter die Kunst des Pyramidenbaus zur Meisterschaft führten. Folgende Erkenntnisse wurden hier erstmals gewonnen:

  • Winkelberechnung: Die Lektionen aus der Knickpyramide lehrten die Baumeister, welcher Neigungswinkel stabil und machbar ist.

  • Fundamente: Der weiche Tonschiefer-Untergrund von Dahschur zwang die Ingenieure, ihre Methoden zu überdenken und weiterzuentwickeln

  • Innenraumgestaltung: Die doppelten Grabkammersysteme der Knickpyramide zeigen eine architektonische Komplexität, die ihresgleichen sucht.

  • Verkleidung: Die erhaltene Kalksteinhülle der Knickpyramide gibt einen einzigartigen Einblick darin, wie alle Pyramiden ursprünglich ausgesehen haben.

 

Archäologen fanden in der Nähe Spuren von Arbeiterdörfern und Werkstätten. Diese Belege zeigen, dass keine Sklaven, sondern gut versorgte ägyptische Arbeiter am Werk waren – stolz darauf, ein Monument für ihren König zu errichten.  Diese Erkenntnis verändert das Bild, das wir uns vom Pyramidenbau gemacht haben, grundlegend: Es war ein nationales Großprojekt, getragen von fähigen Handwerkern und Ingenieuren.

 

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Einer der größten Vorzüge von Dahschur gegenüber anderen Pyramidenstätten ist die Atmosphäre. Im Gegensatz zum Giza-Plateau gibt es hier nur wenige Touristen. An guten Tagen hat man die Pyramiden für sich allein – ein echter Geheimtipp für wahre Pyramiden-Fans. 



Die Ruhe, die Authentizität und die Nähe zur Geschichte abseits der Touristenmengen von Gizeh  machen Dahschur zu einem Ort, der ganz besonders nachwirkt. Hier können Sie in aller Stille vor einem Bauwerk stehen, das über 4.600 Jahre alt ist, und spüren, wie tief die Zeit über Ihnen liegt.




Praktische Informationen für Ihren Besuch:

  • Lage: Ca. 40 km südlich von Kairo, ca. 7 km südlich von Sakkara
  • Öffnungszeiten: 9:00–17:00 Uhr

  • Anreise: Gut mit Taxi oder Mietwagen von Kairo erreichbar; alternativ mit Minibussen von der Pyramid Road in Gizeh möglich 
  • Fahrzeug vor Ort: Aufgrund der Weiträumigkeit des Geländes empfiehlt sich ein Fahrzeug vor Ort. Es gibt je einen Parkplatz an der Roten und der Knickpyramide, die über eine Straße miteinander verbunden sind 
  • Kombination: Ideal kombinierbar mit einem Besuch in Sakkara und Memphis zu einem unvergesslichen Tagesausflug

 

 

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Dahschur ist kein Ort für Eilige – es ist ein Ort für jene, die wirklich verstehen wollen. Für Menschen, die nicht nur Denkmäler fotografieren, sondern Geschichte spüren möchten. Hier, in dieser stillen Wüstenlandschaft, vollzog sich vor mehr als 4.600 Jahren ein Wendepunkt der Menschheitsgeschichte: Die alten Ägypter lernten, echte Pyramiden zu bauen – und legten damit den Grundstein für eines der größten architektonischen Wunder der Weltgeschichte.



Dahschur bietet eine einzigartige Mischung aus historischer Bedeutung und architektonischer Schönheit und bleibt eines der unentdeckten Juwelen der ägyptischen Pyramidenlandschaft. 



Lassen Sie sich von der Weite der Wüste, dem goldenen Licht über den Pyramiden und der stillen Erhabenheit dieser jahrtausendealten Monumente berühren. Planen Sie Ihren Besuch in Ägypten – und nehmen Sie sich die Zeit, auch Dahschur zu entdecken. Sie werden nicht enttäuscht sein.

 


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1- Warum hat die Knickpyramide ihren charakteristischen Knick?

Sie ist bekannt für ihre ungewöhnliche Form – der Winkel der Seiten wurde während des Baus geändert, was ihr einen „Knick" verleiht.  Als der Bau auf halber Höhe Anzeichen von Instabilität zeigte, reduzierten die Architekten den Neigungswinkel – ein mutiger Entschluss, der das Bauwerk rettete und gleichzeitig zu einem einzigartigen Monument der Baugeschichte machte.


2- Warum heißt die Rote Pyramide so?

Die Rote Pyramide hat ihren Namen aufgrund des roten Kalksteins, der beim Bau verwendet wurde. Genauer gesagt ist es das Eisenoxid im Gestein, das im Sonnenlicht eine wärmende Rotfärbung erzeugt – besonders eindrucksvoll in der Abenddämmerung, wenn die gesamte Pyramide in orangerotes Licht getaucht wird.


3- Kann man Dahschur mit anderen Sehenswürdigkeiten kombinieren?

Ja, und das ist ausdrücklich zu empfehlen! Einer der besten Tagesausflüge von Kairo aus ist der Besuch der Pyramiden von Dahschur und Sakkara.  Die ideale Kombination umfasst Memphis (die erste ägyptische Hauptstadt), Sakkara (mit der ältesten Stufenpyramide) und Dahschur – alle drei Stätten liegen nah beieinander und lassen sich bequem an einem einzigen, unvergesslichen Tag erkunden.


4- Gibt es einen lokalen Reiseführer vor Ort?

Ja, vor Ort stehen lizenzierte Reiseführer zur Verfügung. Ein lokaler Führer kann Ihr Erlebnis bereichern, indem er Ihnen tiefgehende historische Kontexte bietet und alle Ihre Fragen beantwortet.  Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, ist mit einer geführten Tour sehr gut beraten.

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